Nählexikon: absteppen, Abnäher und Anstoßlinie

Das kleine ABC des Nähens„Steppen Sie die Naht knappkantig ab…“, „Applizieren Sie mit einem Zick-Zack-Stich…“ oder „Beachten Sie beim Ausschneiden den Fadenlauf…“ Gerade als Nähanfänger hat man es oft schwer, sich bei Nähanleitungen durch die vielen Fachausdrücke zu kämpfen. Aber damit ist jetzt Schluss ! In den kommenden Wochen möchte ich dir die wichtigsten Fachausdrücke rund ums Nähen erklären und dir nützliche Tipps und Links an die Hand geben. Das Lesen von Nähanleitungen sollte dann überhaupt kein Problem mehr sein 🙂

Die Fachausdrücke der Blogposts sind alphabetisch geordnet – heute geht es mit den ersten drei wichtigen Begriffen los: absteppen, Abnäher und Anstoßlinie.

 

absteppen (engl. to stitch)

Der Begriff absteppen bedeutet, mit einem Gerad- oder Zierstich knapp an Kanten, Nähten oder Säumen entlang zu nähen/zu steppen. Das Absteppen dient zur Fixierung und Stabilisierung der Naht, wird aber häufig auch als dekoratives Element eingesetzt. Daher sollte eine abgesteppte Kante oder Naht immer sehr sorgfältig und gerade genäht werden. In den meisten Fällen steppt man knapp im Abstand von ca. 1 bis 5 mm neben der Kante ab.

Um eine schöne gerade Naht zu erhalten, kann man auch die Außenkante des Nähfüßchens als Kantenlineal benutzen – das entspricht dann einem Abstand von 7,5 mm. Sauber abgesteppte Ecken erhält man, indem man einfach die Nadel am Eckpunkt im Stoff stecken lässt, den Nähmaschinenfuß anhebt, den Stoff darunter dreht, danach den Fuß wieder herunter lässt und weiter steppt.

Zum Absteppen eignet sich klassisches Nähgarn oder Ziersteppgarn.

Absteppen

Absteppen mit Geradstich

Absteppen_2

Nähfüßchen als Kantenlineal nutzen

 

 

 

 

 

 

 

 

Abnäher (engl. dart)

Als Abnäher bezeichnet man kurze Nähte, mit denen Kleidungsstücke der Form des Körpers (Passform) angepasst werden. In den meisten Fällen sind sie keilförmig, bei einigen Kleidungsstücken, wie z. B. bei Etuitkleidern, können sie auch rautenförmig sein. Abnäher werden je nach Kleidungsstück an Schulter, Brust, Taille und am Rock- oder Hosenbund eingesetzt.

AbnaeherAbnäher werden mit einem Geradstich genäht. Die Naht wird zu Beginn verriegelt (damit sich die Naht nicht löst) und endet mit der Spitze innerhalb des Schnittteils; der Faden wird dabei am spitz zulaufenden Ende nicht vernäht, sondern verknotet. So kann die Spitze flachgebügelt werden und trägt nicht auf. In den meisten Fällen werden Abnäher auf der Rückseite zu einer Seite gebügelt, sie können aber auch durch zusätzliche Steppnähte optisch hervorgehoben werden.

Wie du Abnäher sauber nähst, findest du im DaWanda-Blog oder im Forum der Nähfabrik.

 

Anstoßlinie

AnstoßlinieBei Anstoßlinien handelt es sich um Markierungen auf Schnittmustern, die angeben, wo ein weiteres Schnittteil angebracht bzw. wo beide Schnittteile zusammengesetzt werden sollen. Anstoßlinien sind vor allem in Schnittmustern für Kleidung eingezeichnet und sollten immer mit auf den zugeschnittenen Stoff auf die rechte Stoffseite übertragen werden.

 

 

 

 

 

Im nächsten Blogpost geht es um die Begriffe Applikation bzw. applizieren, Augenknopfloch und abgekurbelter Saum.

Bis zum nächsten Mal!
Liebe Grüße
Gabi