Nählexikon: dämpfen, Doppelnaht und doppelte Kappnaht

Das kleine ABC des NähensEs ist mal wieder Zeit für einen neuen Teil des kleinen ABC des Nähens: Heute erkläre ich dir die Begriffe dämpfen, Doppelnaht und doppelte Kappnaht/Kappnaht. Zusätzlich erhältst du nützliche Tipps und Links, die dir diese Techniken erleichtern sollen.

 

 

 

dämpfen (engl. to damp)

Beim Dämpfen werden Stoffe oder Kleidung mit einem feuchten Baumwolltuch und einem Bügeleisen bzw. einer Bügelmaschine abgedämpft. Dazu legst du das feuchte Tuch auf das zu glättende Stoffteil und setzt das Bügeleisen nur kurz drauf. Danach setzt du es an die nächste Stelle. Bei empfindlichen Stoffen, die nur mit niedrigen Temperaturen gebügelt werden dürfen, erzielst du somit einen glättenden Effekt. Denn der durch die Hitze des Bügeleisens entstehende heiße Dampf glättet das Gewebe und beseitigt Falten bzw. erzeugt diese an gewünschter Stelle (Bundfalten). Bei einem Dampfbügeleisen kann das Dämpfen eingestellt werden, d.h. es wird kein feuchtes Tuch benötigt.

 

 

Doppelnaht (engl. double stitched seam)

Auch französische oder doppelte Naht genannt. Diese Naht wird zwei Mal gesteppt und vor allem bei dünnen und transparenten Stoffen, wie Seide und Chiffon benutzt. Die Doppelnaht wird beispielsweise bei ungefütterten Kleidungsstücken angewandt, in denen klassisch versäuberte Nahtzugaben eher stören würden, wie zum Beispiel bei Wäsche.

So nähst du die Doppelnaht/französische Naht:
Du legst die beiden Schnittteile links auf links aufeinander und steppst nicht auf der Nahtlinie entlang,  sondern auf der Nahtzugabe in einem Abstand von 5 mm zur Nahtlinie. Dann schneidest du die Nahtzugabe auf 3mm zurück und bügelst sie auseinander. Danach faltest du den Stoff in dieser Naht, sodass nun die rechten Stoffseiten aufeinanderliegen. Jetzt steppst du entlang der Nahtlinie. Durch diese zweite Naht werden die Nahtzugaben der ersten Naht eingeschlossen.

Ein aufschlussreiches Videotutorial zur Doppelnaht findest du von burda style.

 

Doppelte Kappnaht bzw. Kappnaht (engl. fell seam)

Kappnähte werden mit zwei Steppnähten genäht und dabei gleichzeitig versäubert. Sie sind sehr stabil und sehen auch auf der Rückseite sauber aus. Die Seitennähte von Jeans werden meist mit Kappnähten geschlossen.

Achte darauf, dass du für Kanten, die du mit Kappnähten verbinden möchtest, breitere Nahtzugaben zuschneidest (ca. 1,5 cm).

So nähst du eine Kappnaht:
Lege die Stoffteile links auf links aufeinander und steppe die erste Naht an der Nahtlinie entlang. Dann bügelst du die Naht flach auf eine Seite und schneidest die untere Nahtzugabe schmal auf ca. 0,5 cm zurück. Die Nahtzugaben brauchst du hier nicht zu versäubern, da sie später von Innen und Außen unsichtbar bleiben. Danach schlägst du die andere Nahtzugabe gleichmäßig breit ein, legst sie über die erste Naht und steppst sie knappkantig darüber fest.

Ein ausführliches Videotutorial dazu findest du hier.

Die eher aufwendige doppelte Kappnaht wird nur selten verwendet, hauptsächlich um Segel, Zelte, Planen u.ä. zu nähen. Wie das funktioniert findest du hier gut beschrieben.

 

Im nächsten Blogpost widmen wir uns den Begriffen einfassen, Einlage und Ecken nähen.

Bis zum nächsten Mal!
Liebe Grüße
Gabi

Teil 1: Nählexikon: absteppen, Abnäher und Anstoßlinie
Teil 2: Nählexikon: Applikation, Augenknopfloch und abgekurbelter Saum
Teil 3: Nählexikon: Beleg, Biesen und Bruchkante
Teil 4: Nählexikon: Blindstich, Borte und Briefecke